Paarberatung-FAQ

Liebe und Beziehung sind das Wichtigste, das wir haben. Wir kümmern uns aber eher selten aktiv um sie. Im Alltag haben die meisten anderen Dinge Vorrang. Meist merken wir erst, wie bedeutsam unsere Beziehung für uns ist, wenn sie Probleme macht. Für viele gerät dann das ganze Leben in eine Schieflage. Paare, die sich Hilfe suchen, haben schon einen wichtigen Schritt getan.

Wer sich umfassend informieren möchte, findet hier Wissenswertes.

FAQ – oder die häufigsten Vorannahmen über Paarberatung

 1.) „Da müssen wir auf die Couch!“

Falsch. In der lösungsorientierten Paarberatung wird in der Regel nicht in Vergangenem nach den Gründen für das Problem gesucht, sondern es werden Lösungen gefunden. Natürlich spielen Sie und Ihre persönliche Geschichte die Hauptrolle, aber das Anliegen zielt in die Zukunft. Was Sie nicht erzählen wollen, wird Ihnen auch niemand entlocken. Ihre persönlichen Grenzen werden respektiert.

2.) „Bei uns ist es eh zu spät!“

Das sagen viele. Sie denken, dass Sie ja bereits alles probiert haben, um Probleme zu lösen. Tausend Gespräche sind geführt worden, tausend Ansätze probiert. Dennoch ist es für neue Idee nie zu spät.

3.) „So schlimm ist es doch wirklich noch nicht!“

Das ist sicher Ansichtssache.  Sobald aber einer von beiden sagt, dass er oder sie findet, Hilfe sei nötig, sollte man diesem Wunsch nachkommen. Schließlich besteht eine Partnerschaft aus zwei Personen, die gleich wichtig sind und deren Wünsche und Bedürfnisse zu gleichen Teilen zählen.

4.) „Da wird dem anderen/ der anderen mal ordentlich die Meinung gesagt!“

Paarberater*innen sind keine Anwälte oder Richter. Sie konzentrieren sich auf die Beziehung und deren Wohlergehen. Sie nehmen keine Partei und bleiben neutral. Das ist ein Merkmal ihrer Professionalität.

5.) „Endlich erfahren wir, wer Schuld hat!“

In Paarberatung wird nicht von Schuld gesprochen. Vielmehr teilen sich die Partner die Verantwortung für Ihre Beziehung. Und diese Verantwortung liegt zu gleichen Teilen bei beiden. Sie beide haben beide dazu beigetragen, dass die Beziehung so ist, wie sie ist und dürfen auch zu gleichen Teilen beitragen, dass sie besser oder anders wird.

6.) „Danach werden wir schnell wieder glücklich miteinander!“

Manchmal passiert das. Häufiger jedoch begeben sich die Partner auf einen gemeinsamen Weg mit dem Paarcoach, an dessen Ende eine veränderte Beziehung steht. Meistens sind die Partner dann zufriedener. Dennoch: Lösungsorientierte Paarberatung ist ergebnisoffen. Dieses Ergebnis kann auch eine Trennung oder etwas ganz Unerwartetes beinhalten.

7.) „Meine beste Freundin versteht mich genau so gut!“

Bestimmt! Beste Freundinnen kennen sich am besten. Genau das aber macht sie zu schlechten Beraterinnen. Für die Beziehung zwischen zwei Menschen braucht es oft einen neutralen Blick von außen, der weder beschuldigt noch einen von beiden bestärkt.

8.) „Da wird ja nur geredet!“

In Paarberatungen wird geredet, visualisiert, geschrieben, dargestellt, gestritten, gelacht und geweint. Ein guter Paarcoach geht nicht nach Schema „F“ vor, sondern passt die Gestaltung der Sitzungen dem Paar individuell an.

9.) „Unsere Freunde werden denken, dass wir es alleine nicht hinbekommen haben.“

Manchmal erntet man fragende Blicke, wenn Freunde von der Beratung hören. Viele fragen sich in diesem Moment aber: „Wäre das auch etwas für mich?“ Sehr viele Paare erfahren in schwierigen Phasen, dass es anderen genau so geht. Liebe ist keine Aufgabe, die sich immer von selbst löst. Alle Paare kennen Krisen.

10.)„Da erfahren wir, was wir falsch gemacht haben!“

Sie haben das Allermeiste richtig gemacht. Sie haben sich um Ihre Beziehung bemüht, sind zusammen geblieben und wollen nun neue Wege beschreiten. Dieser Wunsch verdient Respekt. Ein seriöser Paarberater/ eine gute Paarberaterin würde Ihnen niemals Ihre Fehler vorhalten.

11.) „Da kriegen wir tolle Tipps und Ratschläge!“

Leider selten. Ihre Partnerschaft ist etwas ganz Besonderes. Keine Beziehung ist wie die andere. Was für das eine Paar gilt, gilt nicht für das andere. Rat zu geben oder Tipps zu verteilen funktioniert meist nicht. Für Ihre besondere Partnerschaft gelten Ihre eigenen Regeln. Diese zu definieren ist der Inhalt von Paarberatung. Sie kennen Ihre Tipps schon, aber Sie sehen sie vielleicht im Moment noch nicht. Da kann ein Paarcoach helfen.

12.) „Das ist wahnsinnig teuer!“

Sie können sich jederzeit an kirchliche oder gemeinnützige Organisatoren von Paarberatung wenden. Diese arbeiten in der Regel kostenlos. Wenn Sie gewisse Wartezeiten akzeptieren (derzeit liegen sie bei 4-7 Monaten) werden Sie dort hervorragend beraten. Private Paarberatung ist schneller zu bekommen, kostet aber Geld. Für manche ist das viel Geld. Gehen Sie doch einmal die Anschaffungen der letzten Jahre mit Blick auf deren Effekt hin durch. Wie viel geben Sie für Friseur, Auto oder Garten aus? Unter diesem Aspekt relativiert sich vieles.